Vorwürfe

Warum du das Verhalten deines Kindes nicht „entschuldigen“ solltest …

„Ach, du hast doch immer eine Entschuldigung für dein Kind!“

Kennst du diesen Satz auch? Wirst du auch öfter damit konfrontiert, deinem Kind alles durchgehen zu lassen, nur weil es hochsensibel ist? Dabei ist das doch gar nicht so! Das Problem ist, dass „die anderen“ dich immer missverstehen?!

Ein Beispiel

Die Großtante beschwert sich bei dir, dass sich deine Tochter manchmal „aufführt, als wäre sie unter Wölfen groß geworden“. Die beiden haben den Nachmittag gemeinsam im Zirkus und in der Eisdiele verbracht und dein Kind hört nicht zu, turnt den ganzen Tag wild herum und kann nicht einmal grüßen – so die Beschwerde deiner Tante. Du nickst verständnisvoll, lächelst und sagst „Ist doch klar, dass sie sich so verhält bei so viel Aufregung. Und dass sie fremde Menschen nicht grüßen möchte, kann ich auch gut verstehen.“

Und da ist sie auch schon wieder: Deine Entschuldigung für das (Fehl)Verhalten deines Kindes!

Deswegen kann sie sich trotzdem nicht so benehmen! Ein Kind hat zu gehorchen und ein einfaches ‚Grüß Gott‘ kann ja nicht so schwer sein!“ meint deine Tante daraufhin erbost. „Du findest auch immer wieder eine Entschuldigung für die Kleine!“ ist dann noch der krönende Abschluss des Gesprächs.

Was genau hat deine Großtante jetzt missverstanden?

Wichtig ist, dass du deinem Gegenüber verständlich machst, dass du das Verhalten deines Kindes nicht entschuldigst, sondern nur versuchst, es zu erklären. Hätte deine Tante ein ehrliches Interesse am Verhalten deines Kindes, würde sie an dieser Stelle nachfragen, wie das gemeint ist. Leider wollen die wenigsten Menschen wirklich hinter das Verhalten der Kinder blicken, denn dann müssten sie sich womöglich noch intensiver damit auseinandersetzen und das empfinden sehr viele wohl zu anstrengend.

Entschuldigung vs. Erklärung

„Meine Tochter ist halt hochsensibel. Sie kann auch nix dafür, dass sie so ist. Da kann man halt nichts machen. Dieses Verhalten müssen wir wohl akzeptieren, denn ihre Hochsensibilität kann ich auch nicht wegzaubern. Wenn man hochsensibel ist, hat man nun einmal gewisse Freiheiten, da nützt es auch nichts, wenn wir uns darüber ärgern.“

Eine Entschuldigung akzeptiert tatenlos …

Klar, auf so eine Aussage würde ich auch empfindlich reagieren. Doch wir entschuldigen ja nicht das Verhalten unseres Kindes, sondern wir möchten es erklären. Richtigerweise müsste es also so lauten (wenn unser Gegenüber uns ausreden lässt):

Meine Tochter ist hochsensibel, daher fällt es ihr sehr schwer, so viele Reize aufzunehmen und zu verarbeiten. Gerade im Zirkus gibt es so viel zu sehen, sind so viele unterschiedliche Geräusche und so viele fremde Menschen – das ist wahnsinnig anstrengend für dieses Kind. Wenn es so viel zu entdecken gibt, kann ich verstehen, dass es nicht gut zuhört. Schließlich taucht sie dann intensiv in ihre Fantasiewelt ein. Außerdem stressen so viele verschiedene Reize die Kleine, was dazu führt, dass sie einen erhöhten Bewegungsdrang hat, um diesen Stress wieder abzubauen. Sonst explodiert sie irgendwann regelrecht und glaub mir, so einen Wutausbruch möchtest du auch nicht erleben. Und dass sie fremde Menschen nicht grüßen möchte, war auch schon immer so, weil sie einfach länger braucht, um neue Personen richtig einzuschätzen. Das finde ich gut und unterstütze ich, da es mir wichtig ist, dass mein Kind immer einen gewissen Sicherheitsabstand zu fremden Menschen hält.“

Doch was ist jetzt der Knackpunkt?

All das bedeutet aber nicht unbedingt, dass du das Verhalten deines Kindes grundsätzlich gut findest. Den Unterschied macht nur deine Bereitschaft aus, deinem Kind Mittel und Wege aufzuzeigen, die ihm dabei helfen können, sich anders zu verhalten. Ich kann zu einem Kind nicht sagen „Es gefällt mir nicht, wie du dich verhältst“, aber ihm keine alternativen Wege aufzeigen. Wie bzw. woher soll es denn bitte wissen, wie es anders oder besser geht? Wenn es das wüsste, würdest du nicht dieses Gespräch mit deiner Großtante führen!

Lösungen erarbeiten

Wichtig ist also, dass du deinem Kind zeigst, wie es anders geht bzw. das Umfeld so gestaltest, dass dein Kind gar nicht in die Verlegenheit kommt, Stress auf diese Weise abbauen zu müssen. In unserem Beispiel könnte das wie folgt aussehen:

Die Großtante hätte ein anderes Nachmittagsprogramm wählen können. Ein Ausflug in einen Wildpark mitten in der Natur, bei dem Tiere beobachtet werden können, hätte beispielsweise wesentlich weniger Reize geboten, als eine Zirkusvorstellung. Auch der anschließende Besuch in der Eisdiele hätte nicht sein müssen, sondern wäre es besser gewesen, nach dem Zirkus gleich nach Hause zu fahren, damit dein Kind die Möglichkeit hat, eine kurze Ruhepause einzulegen, um die erlebten Eindrücke zu verarbeiten. Es gäbe sicher noch einige Ideen, wie man diesen Nachmittag entspannter hätte gestalten können, dies sollen nur kurze Anregungen sein.

Eine Erklärung sollte auch einen Lösungsvorschlag mitbringen …

Fazit: Eine Erklärung soll grundsätzlich Verständnis vermitteln und geht immer mit einem Lösungsvorschlag bzw. einer Verbesserung der Situation einher!

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