Perfektionismus macht krank – dich und dein Kind!

Perfektionismus ist eine Eigenschaft, mit der sehr viele Menschen zu kämpfen haben. Gerade bei hochsensiblen Menschen kommt das sehr häufig vor. Sie haben einen sehr hohen Anspruch an sich selbst und leiden darunter, wenn ihnen Dinge nicht so gelingen, wie sie sich das vorgenommen haben. Perfektionismus kann einem das Leben schwer machen, denn wer will schon immer wieder Frust und Ärger über sich selbst ausgesetzt sein?

Wo kommt dieser Perfektionismus her?

Vermutlich haben viele perfektionistische Menschen in ihrer Kindheit von ihrem Umfeld gesagt bekommen, dass sie nicht genug wären. Dass das, was sie tun, nicht gut genug ist und dass es immer wen gibt, der besser ist als sie selbst. Daraus entwickelte sich in weiterer Folge der Anspruch an sich selbst, alles perfekt zu machen, denn dann kann keiner meckern und es gibt auch niemanden, der es besser machen könnte. Denn perfekt ist ja schon perfekt!

Könnte das bei dir der Fall gewesen sein? Jetzt fragst du dich vielleicht, warum dann dein Kind so perfektionistisch ist, wo du ihm doch immer das Gefühl gibst, genau richtig zu sein und es auch niemals mit anderen Kindern vergleichst. Nun ja, du hast bestimmt schon von der berühmten „Vorbildwirkung“ gehört. Genau, auch das kann Einfluss haben auf den Perfektionismus deines Kindes. Wenn dein Kind bei dir ständig sieht, dass du etwas immer und immer wieder versuchst und verbesserst und dein Werk nie gut genug ist, dann glaubt es doch automatisch auch, dass es so verbissen an etwas arbeiten muss, bis es perfekt ist. Denn wenn Mama schon mit ihren eigenen Leistungen nicht zufrieden ist, wie soll sie dann mit denen des Kindes zufrieden sein?!

Was hast das jetzt mit deinem hochsensiblen Kind zu tun?

Viele hochsensible Kinder leiden ganz besonders unter ihrem Perfektionismus, da ihnen dieser zusätzlichen Stress verursacht. Wenn eine Zeichnung nicht genau so gelingt, das Bastelstück nicht genauso aussieht oder die Rechenaufgabe nicht genauso fehlerfrei gelöst werden kann, wie das in der Vorstellung deines Kindes der Fall ist, führt das zu Frustration und Ärger. Und wir wissen, wie sich Frustration und Ärger bei einem hochsensiblen Kind auswirken kann – wieder ein Grund für einen saftigen Wutausbruch.

hochsensibles kind
Kinder haben oft sehr hohe Erwartungen an sich selbst.

Außerdem kostet Perfektionismus unglaublich viel Zeit. Hochsensible Kinder können sich sehr oft schon nicht gut konzentrieren und brauchen für viele Aufgaben (auch in der Schule) länger als andere Kinder. Wenn jetzt noch dazu kommt, dass jede Arbeit drei Mal begonnen wird, weil sie nicht so gelingt, wie sie sollte, kann sich zeitlich bald irgendetwas nicht mehr ausgehen.

Wie kannst du mit deinem Perfektionismus umgehen?

Kann man Perfektionismus wieder ablegen? Das ist eine gute Frage! Ich glaube nicht, dass man ihn völlig los werden kann. Schließlich ist er auf eine gewisse Art und Weise ja Teil von uns. Doch du kannst an dir arbeiten, dass du viele Dinge vielleicht nicht sooo genau nimmst. Ich habe dir hier zwei Möglichkeiten aufgeschrieben, wie du daran arbeiten kannst.

80 : 20 – das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip, benannt nach dem italienischen Ingenieur, Ökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto, besagt, dass 80% des Ergebnisses mit 20% des Aufwandes erreicht werden können. Für die fehlenden 20% (auf die perfekten 100%) müssten 80% des Gesamtaufwandes investiert werden. Das heißt, für die letzten (unnötigen) Feinschliffe, müsstest du mehr Energie investieren als für die eigentliche Arbeit. Was heißt das jetzt für dich? Es ist völlig egal, ob die Kerzen auf der Geburtstagstorte alle im selben Abstand aufgestellt wurden und es ist völlig egal, ob die T-Shirts im Kasten der Größe oder Farbe nach sortiert sind. So etwas fällt nur dir auf! Versuche hier zukünftig den Zeitpunkt zu erkennen, an dem du die erforderlichen 80% erreicht hast und spare dir die 80% deiner Energie, die du jetzt noch aufwenden müsstest lieber dafür, mit deinem Kind eine schöne Zeit zu verbringen.

hochsensitivität
Schade um die Energie – nutze sie lieber für dein Kind!

Lebe bewusst „unperfekt“

Suche dir einen Bereich deines Lebens (Arbeit, Haushalt, Hobby,…) an dem es dir fürs Erste am leichtesten fällt, weniger perfektionistisch zu sein. Nehmen wir als Beispiel den Haushalt. Nimm dir für die nächste Woche vor, im Haushalt ganz bewusst deinen Perfektionismus abzulegen. Damit es dir leichter fällt, kannst du dir ja sagen, dass es (vorerst) nur für diese eine Woche ist. In dieser Woche führst du sämtliche Tätigkeiten im Haushalt bewusst „unperfekt“ aus. In diesem Hemd ist noch eine kleine Falte? Egal! Das Geschirr im Geschirrspüler ist nicht sinnvoll eingeräumt? Egal! Die Vorhänge sind nicht gleichmäßig auf der Stange verteilt? Egal! Du hast der Türe noch ein Staubwölkchen entdeckt und der Staubsauger ist schon verräumt? Egal!

Hochsensibilität
Mach‘ es doch einmal unperfekt!

Das mag jetzt sehr schwierig klingen, aber du wirst sehen, wie leicht es mit der Zeit wird, wenn man nicht immer so streng mit sich selbst ist. Natürlich ist es gerade im Haushalt in manchen Bereichen auch eine Frage der Hygiene, da darf man ruhig genauer sein. Ich bin mir aber sicher, dass du sehr viele Punkte finden kannst, die du locker auch mal unperfekt lassen kannst, ohne dass die Welt dann untergeht.

Was hat dein Kind davon?

Die Vorbildwirkung! Ihr könnt euch auch einen Spaß draus machen und gemeinsam Dinge unperfekt erledigen. Mal etwas, das dir schwer fällt, mal etwas, das deinem Kind schwer fällt. Und wenn dein Kind sieht, dass auch du mal ein Auge zudrücken kannst, wird es ihm mit der Zeit selbst auch besser gelingen.

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Hallo, ich bin Birgit!

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